Online Shop läuft mit Raspberry Pi

Benjamin Börzel ist der Inhaber von Skaterebels, einem Rollschuhladen in Karlsruhe. Er betreibt den Online Shop seit fast zwei Jahren und hat 2013 das Ladengeschäft mit mehr als 400 Produkten eröffnet. Seinen Shop betreibt er mit drei Raspberry Pi und erklärt in diesem Bericht, wo er welchen einsetzt.

 

Der erste Raspberry Pi ist ein Modell B mit 4 GB SD Karte, D-Link WLAN Stick verstaut in einem  Kunststoff Gehäuse. An Software läuft auf dem Pi das Raspbian, OpenVPN, OpenSSL, Chromium. Im Netzwerk hängt er zwischen Internet und dem Office Server. Dieser Raspberry ermöglicht es von unterwegs oder zuhause auf die Daten auf dem Server via Samba (Windowsdateifreigabe) zuzugreifen oder eine Verbindung zur Warenwirtschaft herzustellen. Zudem läuft darauf ein HTML / JavaScript Kiosk Display in Chromium mit aktuellen Infos, Öffnungszeiten auf einem Monitor im Schaufenster.

 

Der zweite Raspberry Pi ist auch ein Modell B mit 8 GB SD Karte, D-Link WLAN Stick, Kunststoff Gehäuse. Als Software wird Raspbian, FreeRDP, Chromium und ein FTP Server eingesetzt. Er hängt an der Theke / Kasse hinter dem Monitor.

Von hier aus wird auf den Windowsserver auf dem die Warenwirtschaft / Kassensoftware läuft via Microsoft Remote Desktop zugegriffen und dort direkt die Aufträge der Kunden im Laden bearbeitet und Rechnungen erstellt. Mit Chromium kann bequem der Webshop und Herstellerseiten angesurft werden. Im Hintergrund läuft ein FTP Server auf dem die Bilder der Überwachungskamera zusätzlich abgelegt werden.

 

Der dritte Raspberry Pi Modell B wurde zusammen mit SD Karte, WLAN Stick, Infrarot Kamera Modul, IR LEDs in ein Gehäuse gepackt und an der Wand im Laden angebracht.

Über das Kamera Modul wird der Laden überwacht und nimmt bei Bewegung Fotos / Videos auf. Verschickt diese per eMail, lädt sie auf den FTP Server und versendet eine Alarm SMS.

Die Infrarot LEDs können softwareseitig an- und ausgeschaltet werden um auch nachts bei Dunkelheit den Laden überwachen zu können. Es ist auch geplant ihn um eine Notfallstromversorgung via Batterien auszustatten um bei einem Stromausfall weiterhin Bilder aufzeichnen zu können.

 

Der große Vorteil von den Raspberry Pis ist, dass sie klein sind, fast kein Platz wegnehmen und sich gut verstauen lassen. Der Stromverbrauch beträgt ein Bruchteil dessen, was ein normaler PC verbraucht, gerade bei einfachen Server Applikationen wie VPN spart dies enorm Strom. Um über RDP auf andere Rechner zuzugreifen, reicht die Rechenpower auch vollkommen aus und das zu einem unschlagbaren Preis. 

So spart Benjamin nicht nur an Strom, Platz, teure Hardware, sondern auch an Software Lizenzen, da auf den Pis Linux läuft und kein Windows.

Durch die Hardwareschnittstellen lassen sich auch relativ einfach eigene Lösungen entwickeln, wie z.B. die Überwachungskamera. Es ist schwer, eine günstige Kamera mit den Features zu finden, die Benjamin möchte, also bastelt er das selbst. Der Raspberry Pi wird mit dem Kamera Modul erweitert, eine kleine Schaltung für die IR LEDs gebaut, diese über die GPIO Ports des Pis angesteuert. Es ließe sich auch um weitere Sensoren erweitern wie z.B. IR Bewegungsmelder, ein Mikrofon, das mithört und bei verdächtigen Geräuschen Alarm auslöst.