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    Tipps für den perfekten Serverschrank

    Netzwerkschränke bewahren IT vor Staub, Feuchte und Überhitzung. Was Sie dafür beachten müssen und welches Zubehör Sie benötigen, erfahren Sie in dieser Anleitung zum Serverschrank-Aufbau. Wir führen Sie in die Grundlagen ein und geben Tipps.

    Serverschrank

    Was gehört in einen Serverschrank

    In Serverräumen müssen IT- oder Netzwerkkomponenten übersichtlich und sicher verwahrt werden. So wird sichergestellt, dass die Geräte fehlerfrei funktionieren und jederzeit leicht gewartet werden können. In speziellen Rackmontagegehäusen lassen sich elektronische Geräte in Netzwerk- und Serverschränken leicht montieren sowie sicher und geschützt lagern. Sie werden auch Rackmount-Gehäuse, Gehäuse für Regalmontage, Serverracks und 19-Zoll-Regale genannt. Auch das Organisieren der vielen Kabel ist mit den richtigen Hilfsmitteln kein Problem. Folgende Geräte finden in einem 19-Zoll-Netzwerkschrank Platz:

    Maße von Server- und Netzwerkschränken

    Da Serverschränke oft in Rechenzentren zum Einsatz kommen, sind sie standardmäßig auf den Einbau von Geräten im 19-Zoll-Format konzipiert. Dieser Standard ist in Deutschland als DIN 41494 und international als IEC-Norm 60297 definiert. Dennoch variieren sie in ihren Maßen. So gibt es sie auch in 10 Zoll, 21 Zoll oder 23 Zoll. Bei der Zusammenstellung für den Zusammenbau ist es wichtig, dass die Größen von Serverschrank und Geräte aufeinander abgestimmt sind.

    Breite: 19-Zoll-Schränke nehmen beliebige 19-Zoll-Geräte mit einer Breite von etwa 48,26 cm auf. 19-Zoll-Netzwerkschränke als auch Serverschränke sind 60 bis 80 cm breit.

    Höhe: Wie viele Racks übereinander in den 19-Zoll-Schrank passen, wird in Höheneinheiten (HE) oder englisch Units (U) angegeben. Eine Höheneinheit entspricht 1,752 Zoll bzw. 4,45 cm. Um die passende Höhe des Serverschrankes zu ermitteln, addiert man einfach die Höheneinheiten der im Rack vorgesehenen Geräte. Die gebräuchliche Höhe sind 42 HE, was etwa 2 m entspricht.

    Tiefe: Die Tiefe von Serverracks ist nicht standardisiert und hat sich im Zeitverlauf verändert. Sie kann je nach Hersteller von 28,5 bis 29,125 Zoll variieren. Neuere Geräte passen daher möglicherweise nicht in ältere Racks. Hier gilt es genau die Maße abzufragen und dann auch die Montagemodalitäten der Einschubschienen und die notwendige Verkabelung bei der Wahl der richtigen Rackgröße einzukalkulieren. Als Faustregel gilt: Racks sollte mindestens 10 cm tiefer sein als die Geräte.

    HÖHENEINHEITEN UMRECHNUNGS-TABELLE

    |
    Anzahl der Höheneinheiten
    |
    Höhe in Zoll
    |
    Höhe in Millimetern
    | |
    1
    |
    1.75
    |
    44,45
    | |
    2
    |
    3.50
    |
    88,9
    | |
    3
    |
    5,25
    |
    133,35
    | |
    4
    |
    7
    |
    177,8
    | |
    5
    |
    8,75
    |
    222,25
    | |
    6
    |
    10,50
    |
    266,7
    | |
    7
    |
    12,25
    |
    311,15
    | |
    8
    |
    14,00
    |
    355,6
    | |
    9
    |
    15,75
    |
    400,05
    | |
    10
    |
    17,50
    |
    444,50
    |

    Höheneinheiten Umrechnung Zoll in Millimeter

    Typische Formen von Serverschränken und deren Aufbau

    Die Netzwerkschränke bestehen in der Regel aus Aluminium und Stahl und sind in verschiedenen Größen erhältlich. Das ermöglicht den individuellen Zusammenbau, abhängig von den Geräten, die verstaut werden sollen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Montagesystemen für Serverschränke:

    2-Pfosten-Racks

    2-Pfosten-Racks

    Diese bestehen typischerweise aus einem festen Sockel, auf dem ein Rahmensystem montiert ist. Zwei seitliche Pfosten haben Montagebohrungen in festen Abständen, an denen die Geräte jeweils mittig befestigt werden. Das System eignet sich gut für kleinere Aufbauten. Die Geräte sind einfach zugänglich und dank des nicht vorhandenen Gehäuses gut belüftet.

    4-Pfosten-Racks

    4-Pfosten-Racks

    Hierbei handelt es sich um viereckige Gehäuse oder Schränke mit einer Ober- und Unterseite sowie vier Eckpfosten. Die Geräte werden auf horizontalen Schienen montiert und mit Schrauben oder Schnellverschlüssen am Frontblech befestigt. Solche Netzwerkschränke lassen sich zusätzlich mit Seitenteilen versehen, um das unübersichtliche Innenleben zu verbergen und vor Staub und Schmutz zu schützen. Zur besseren Luftzirkulation verfügen sie in der Regel oben und unten über Belüftungsschlitzen.

    Kleine Serverschränke für die Wandmontage

    Kleine Serverschränke für die Wandmontage

    Mit 4 bis 18 HE und einer Tiefe von 40 bis 60 cm sind diese kleiner als die standardmäßigen 19-Zoll-Server- und Netzwerkschränke. Sie eignen sich vor allem für kleinere Aufbauten, z.B. in Büros und sind sowohl in offenen als auch geschlossenen Ausführungen erhältlich. Erstere erleichtern die Kühlung, während abschließbare Varianten vor unerlaubtem Zugriff schützen. 19-Zoll-Wandgehäuse sind oftmals mit einer Reihe von integrierten Funktionen und Zubehör wie Stromüberwachung und -verteilung, Netzwerkkonnektivität und Schalldämmung ausgestattet. Wegen der Wandmontage ist unbedingt die angegebene Traglast von ca. 70 kg zu beachten.

    Offene und geschlossene Serverschränke

    Server- und Netzwerkschränke können als offene Systeme ohne Seitenteile oder Türen aufgebaut werden oder als geschlossene Systeme. Die wichtigsten Vor- und Nachteile sind hier in einer Übersicht zusammengefasst:

    Vorteile von offenen Racks

    • geringere Kosten
    • einfacher Aufbau
    • von allen Seiten zugänglich
    • passive Belüftung ohne zusätzliche Kühlsysteme möglich
    • leichter Transport auf Rollen
    • insgesamt kompaktere Bauform, die zudem aufnahmefähiger ist als geschlossene Racks

    Vorteile von geschlossenen Racks

    • übersichtliches Aussehen
    • bieten Schutz vor Fremdzugriffen
    • generell geringere Lärmemission, optionaler Schallschutz
    • bieten, je nach IP-Schutzgrad, hohen Schutz vor Staub und Feuchtigkeit

    Praktisches Zubehör für 19-Zoll-Serverschränke

    Kühlung: Belüftungsgitter, Mesh-Einsätze, Lüfter und Belüftungsabdeckungen oder belüftete Regalböden sorgen für eine bessere Luftzirkulation.

    Organisation: Kennzeichnungsstreifen erleichtern die Geräteerkennung. Mit Stapelsätzen lassen sich mehrere Racks fest miteinander verbinden.

    Befestigung: Regalschrauben, Anschlusshalterungen, Zuganker, Platten und Montagehalterungen sorgen für sicheren und festen Halt.

    Stützung: Klemmen, Erdungsstäbe und Fächer bieten zusätzlichen Halt.

    Installation: DIN-Schienen-Clips, Gleitschienen und Kartenführungen erleichtern die Installation von 19-Zoll Racks im Inneren des Netzwerkschranks.

    Standfestigkeit: Individuell verstellbare Füße und Rollen sorgen für den nötigen Abstand zum Boden und ermöglichen mühelose Bewegung und Transport.

    Regal-Montage: Regal-Montagesätze, Kits für die Regal-Bodenmontage mit Regal-Montagewinkeln, Blöcken oder Regalböden erleichtern das Zusammenschrauben eines Racks.

    Sonstiges Zubehör: Mit Griffen, Rack-Einlegeböden, Laufrollen, Füßen und Türen lässt sich der Serverschrank an die individuellen Anforderungen anpassen.

    Kabelmanagement für mehr Übersicht und Sicherheit

    Das richtige Kabelmanagement innerhalb und außerhalb eines 19-Zoll-Schranks sorgt nicht nur für mehr Übersicht, sondern auch dafür, dass Kabel nicht einfach getrennt oder herausgezogen werden können oder eine Stolpergefahr darstellen. Wichtige Grundvoraussetzung ist die Kennzeichnung aller Kabel und der dazugehörigen Geräte. Eine gute Organisation trägt damit nicht nur zu mehr Übersicht, sondern auch zu mehr Serversicherheit bei.

    Das richtige Kabelmanagement innerhalb und außerhalb eines 19-Zoll-Schranks ist für seine Effektivität unerlässlich, damit Kabel nicht einfach getrennt oder herausgezogen werden können oder eine Stolpergefahr darstellen.

    Bevor man sich an die Organisation der Kabel macht, plant man die Anordnung der Geräte im Serverschrank. So weiß man, wie lang jedes Kabel sein muss, wo es verlaufen soll und vermeidet den An- und Abbau von Geräten. Bei der Planung ist auch wichtig, darauf zu achten, ob die Kabel in den Schrank oben oder unten eintreten und wie sie mit den Racks verbunden werden. Patch Panels sorgen dafür, dass man Netzwerkkabel nicht durch den gesamten Serverschrank verlegen muss. Man verbindet diese einfach mit dem Panel und verbindet danach die schlanken Patch-Kabel mit den Geräten.

    Kabel sollten immer an den Seiten der Racks verlegt werden, damit sie nicht im Weg sind. Alle Kabel, die zum gleichen Bestimmungsort verlaufen, sollten zusammengehalten werden. Praktisch ist auch, Kabel passend zum Gerät zu kennzeichnen. Dazu können unterschiedliche Kabelfarben dienen oder Etiketten an beiden Enden.

    Tipp: Bemessen Sie den Platz in Ihrem Serverschrank nicht zu knapp, damit sie später zusätzliche Geräte und Kabel einbauen können. Mehr Platz sorgt außerdem für eine besser Belüftung und Kühlung.

    Zubehör für optimales Kabelmanagement

    Einfache Kabelschienen, die Strom- und Netzwerkkabel an der Rückseite der 19-Zoll-Rackgehäuse entlangführen, schaffen Platz und Übersicht und sorgen für eine bessere Lüftung. Die Problemdiagnose und -behebung gestaltet sich jedoch etwas schwieriger. Besser montiert man weniger Geräte oder wählt einen 19-Zoll-Serverschrank mit mehr Tiefe.

    Ein Kabelorganisator, auch Kabelmanager oder Kabelaufräumer genannt, kann horizontal oder vertikal verlaufen. Hierbei führt man die Kabel durch Ringe aus Kunststoff, Metall oder Klett, damit sie gebündelt und zusammengehalten sind. Kabelmanager stützen also Kabel, verhindern Belastungen und verlängern ihre Lebensdauer.

    Mit Kabelträgern führt man Netzwerkkabel um den Serverschrank herum. Um eine Überhitzung zu verhindern, verfügen sie oft über Lücken oder Belüftungsschlitze.

    Kabeleinführungsplatten, Kabeleinführungsdichtungen oder Bürstenleisten schirmen Netzwerkhardware vor Staub und Schmutz ab. Die Kabel werden dabei durch eine Öffnung geführt, die ringsherum mit einer Bürste versehen ist und Verunreinigungen entfernt, bevor sie in den Serverschrank gelangen. Einige können ohne Schlüssel nicht geöffnet werden.

    Kabelarme sorgen für genügend Kabeldurchhang, um die Geräte aus einem 19-Zoll-Netzwerkschrank herauszuziehen, ohne die Kabel entfernen zu müssen. Sie sind normalerweise abgelenkt oder gebogen und entweder mit Vierkant- oder Rundlochregalen kompatibel.

    Cool und sicher: Tipps zur richtigen Kühlung von Netzwerkschränken

    Viele Serverschränke sind in sich geschlossene Baugruppen, die über ein Lüftungssystem verfügen. Diese saugt vorne und an den Seiten Luft an und bläst die erwärmte Luft hinten wieder aus. Wenn kein Lüfter direkt eingebaut ist, kann man Einschub- oder Dachlüfter nachrüsten. Einschublüfter wälzen die Luft im Inneren um und geben die Wärme indirekt über die Seitenwände ab. Dachlüfter saugen warme Luft von unten an und blasen sie nach oben aus dem Schank. Damit diese Systeme gut funktionieren, ist auch die effiziente Raumlüftung und -kühlung zu beachten.

    Lüfter kühlen nicht unter Raumtemperatur, dazu sind Kühlungen wie Schrank-Klimageräte oder Luft/Wasser-Wärmetauscher notwendig. Kompressor-Kühlgeräte saugen die warme Luft über einen Ventilator an und leiten sie in einen Verdampfer weiter. Hier gibt die Luft die Wärme an ein Kältemittel ab.

    Für eine einwandfreie Kühlfunktion ist eine gute Frischluftzufuhr im Serverinneren und im Raum wichtig, in welchen die Abwärme des Kompressors gelangt.

    Für die Berechnung der Kühlleistung sollten Wärmespitzen im Sommer und die mögliche Nachrüstung weiterer wärmeproduzierender Geräte berücksichtigt werden. Ein Thermostat bei intelligenten Kühlungen sollte an der heißesten Stelle die Lufttemperatur überwachen. Für Schränke mit hoher Dichtigkeit müssen auch die eingesetzten Filterlüfter und Austrittsfilter den hohen Anforderungen gewachsen sein.

    Mehr Informationen zum Thema Gehäuselüfter finden Sie in unserem passenden Leitfaden.