- Veröffentlicht am 11. März 2024
- Zuletzt bearbeitet am 9. Apr. 2026
- 8 min
Widerstand Farbcode: Bedeutung, Tabelle & Berechnung
Widerstände sind zu klein für eine lesbare Beschriftung. Stattdessen kennzeichnen farbige Ringe ihren Widerstandswert, den Multiplikator und die Toleranz. Dieser Ratgeber erklärt, welche Farbe für welchen Wert steht, wie der Widerstand Farbcode korrekt abgelesen wird und wie sich der Widerstandswert daraus berechnen lässt.

Das Wichtigste in Kürze
- Widerstandsfarben sind eine international genormte Kennzeichnungsmethode, bei der jede Farbe einem festen Ziffernwert von 0 bis 9 entspricht und zusammen mit einem Multiplikatorring den Widerstand Farbcode ergibt.
- Je nach Anzahl der Farbringe lassen sich Typ und Genauigkeit eines Widerstands bestimmen: Der Widerstand Farbcode mit 4 Ringen ist der am häufigsten verwendete Standard, während der 5- und 6-Ring-Code für Präzisionswiderstände eingesetzt wird.
- Der Toleranzring, der mit etwas Abstand zu den übrigen Ringen sitzt, gibt an, um wie viel Prozent der tatsächliche Widerstandswert vom berechneten Nennwert abweichen darf.
- Die Farbcodierung von Widerständen wird von links nach rechts abgelesen. Gold und Silber kommen dabei nie an erster Position vor, da sie ausschließlich als Multiplikator- oder Toleranzangabe dienen.
- Widerstandsreihen (E-Reihen nach IEC 60063) legen genormte Nennwerte fest und bestimmen, wie viele Farbringe ein Widerstand trägt. Je feiner die Abstufung und je geringer die Toleranz, desto mehr Wertziffern werden benötigt.
Was ist ein Widerstand?
In praktisch jedem elektronischen Gerät sind ohmsche Widerstände in Form von kleinen Bauteilen zu finden. Sie dienen der Reduzierung der vorliegenden Spannung und ermöglichen damit ein Betreiben von Geräten, die einer niedrigeren Versorgungsspannung bedürfen als die vorliegende Anschlussspannung. Auch RS bietet eine breite Auswahl an unterschiedlichen Widerständen, wie beispielsweise Festwiderstände und Durchsteckwiderstände.
Diese Widerstände werden auch als passive Bauteile bezeichnet. Aufgrund ihrer geringen Größe hat sich eine farbliche Kennzeichnung als vorteilhaft erwiesen und international etabliert, da eine aussagekräftige Beschriftung umständlich oder gar nicht vollständig zu lesen wäre.
Die verschiedenen Farbringe geben je nach Position Auskunft über Ziffer, Faktor, Toleranz und ggf. den Temperaturkoeffizienten des Widerstands. Da jede Farbe einem anderen Zahlenwert entspricht, hat sich eine tabellarische Übersicht zur einfachen Ermittlung des Widerstands bewährt.

Bedeutung des Widerstand Farbcodes
Unabhängig von ihrer Position steht jede Farbe zunächst einmal einfach für eine Ziffer von 0-9:
- der schwarze Widerstandsring für die Ziffer 0
- der braune Widerstandsring für die Ziffer 1
- der rote Widerstandsring für die Ziffer 2
- der orange Widerstandsring für die Ziffer 3
- der gelbe Widerstandsring für die Ziffer 4
- der grüne Widerstandsring für die Ziffer 5
- der blau Widerstandsring für die Ziffer 6
- der violette bzw. lila Widerstandsring für die Ziffer 7
- der graue Widerstandsring für die Ziffer 8
- der weiße Widerstandsring für die Ziffer 0
- der goldene bzw. der silberne Widerstandsring entsprechen den Toleranzen 5 bzw. 10 %.
Toleranz
Rechts von der Gruppierung befindet sich ein Ring mit etwas Abstand zu den Vorherigen; dieser gibt Auskunft über die Toleranz, also darüber, um wieviel Prozent der tatsächliche Widerstandswert von dem berechneten abweichen kann.
Für die Angabe der Toleranz gelten andere farbliche Entsprechungen:
- Der graue Toleranzring entspricht einer Abweichung von ± 0,05 %
- Der violette Toleranzring entspricht einer Abweichung von ± 0,1 %
- Der blaue Toleranzring entspricht einer Abweichung von ± 0,25 %
- Der grüne Toleranzring entspricht einer Abweichung von ± 0,5 %
- Der braune Toleranzring entspricht einer Abweichung von ± 1 %
- Der rote Toleranzring entspricht einer Abweichung von ± 2 %
- Der goldene Toleranzring entspricht einer Abweichung von ± 5 %
- Der silberne Toleranzring entspricht einer Abweichung von ± 10 %
- Kein Toleranzring entspricht einer Abweichung von ± 20 %
Widerstand Farbtabelle
Farbe | Wertigkeit (Ziffer) | Multiplikator | Toleranz |
|---|---|---|---|
| Ohne Ring | – | – | ± 20 % |
| Silber | – | × 0,01 | ± 10 % |
| Gold | – | × 0,1 | ± 5 % |
| Schwarz | 0 | × 1 (1 Ω) | – |
| Braun | 1 | × 10 (10 Ω) | ± 1 % |
| Rot | 2 | × 100 (100 Ω) | ± 2 % |
| Orange | 3 | × 1.000 (1 kΩ) | – |
| Gelb | 4 | × 10.000 (10 kΩ) | – |
| Grün | 5 | × 100.000 (100 kΩ) | ± 0,5 % |
| Blau | 6 | × 1.000.000 (1 MΩ) | ± 0,25 % |
| Violett | 7 | × 10.000.000 (10 MΩ) | ± 0,1 % |
| Grau | 8 | × 100.000.000 (100 MΩ) | ± 0,05 % |
| Weiß | 9 | × 1.000.000.000 (1 GΩ) | – |
Temperaturkoeffizient
Die Angabe des Temperaturkoeffizienten bezieht sich hier auf eine lineare Änderung des Widerstandswertes in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur. Bezogen wird sich in der Regel auf eine Basistemperatur von 0 ℃ oder 25 ℃, bei darüber oder darunterliegenden Temperaturen ist die Linearität nicht mehr gegeben.
Der Temperaturkoeffizient unterscheidet sich bei jedem Material und wird in ppm/K, also in parts per million pro Kelvin angegeben.
Beträgt die Angabe beispielsweise 50 ppm, so ist pro Kelvin Temperaturänderung eine Widerstandsänderung um den Faktor 50/1.000.000 = 0,00005 zu verzeichnen.
In der Elektrotechnik werden als Leitermaterialien hauptsächlich Kupfer und Aluminium eingesetzt. Im Temperaturbereich von 0 °C bis 50 °C kann grob mit dem Wert 0,4 % pro Grad Kelvin gerechnet werden.
Expertentipp: Toleranz gezielt wählen
Die Toleranzklasse sollte immer an die Anforderungen der Schaltung angepasst werden. In analogen Schaltungen mit engen Arbeitspunkten, etwa bei Filterschaltungen oder Spannungsteilern, können bereits ± 5 % Toleranz zu messbaren Abweichungen im Schaltverhalten führen. Für solche Anwendungen sind Präzisionswiderstände mit ± 1 % oder besser empfehlenswert.
Farbcodes zur Berechnung des Widerstands
Anhand der Farbcodierung lässt sich der Widerstandswert mithilfe der obenstehenden Tabelle bestimmen. In der Elektronik wird grundsätzlich zwischen Widerständen mit 3 oder 4 Ringen und solchen mit 5 oder 6 Ringen unterschieden.
Widerstand Farbcode 3 Ringe
Beim 3-Ring-Farbcode stehen die ersten beiden Ringe für die zwei Wertziffern, der dritte Ring gibt den Multiplikator an. Ein Toleranzring fehlt. Der Widerstandswert weicht in diesem Fall um ± 20 % vom berechneten Nennwert ab.
Widerstand Farbcode 4 Ringe
Auch beim 4-Ring-Farbcode liefern die ersten beiden Ringe die Wertziffern, der dritte Ring den Multiplikator. Der vierte Ring, der mit etwas Abstand zu den übrigen sitzt, gibt die Toleranz an. Diese Variante ist bei Standardwiderständen am weitesten verbreitet.
Widerstand Farbcode 5 Ringe
Der 5-Ring-Farbcode wird bei Präzisionswiderständen eingesetzt und ermöglicht eine genauere Angabe des Widerstandswerts. Die ersten drei Ringe kodieren drei Wertziffern, der vierte Ring den Multiplikator und der fünfte Ring die Toleranz.
Widerstand Farbcode 6 Ringe
Der 6-Ring-Farbcode entspricht in den ersten fünf Ringen dem 5-Ring-Code. Der sechste, abschließende Ring gibt zusätzlich den Temperaturkoeffizienten an und kennzeichnet damit Widerstände, die für temperaturkritische Anwendungen ausgelegt sind
Besonderheiten: Null-Ohm-Widerstand und Zuverlässigkeitsring
Eine Besonderheit stellt der Null-Ohm-Widerstand dar.
Dieses Bauteil ist lediglich mit einem einzelnen schwarzen Ring gekennzeichnet und hat nur einen geringfügigen Widerstand (knapp über null Ohm). Hauptsächlich dient er als elektrische Verbindung von Leiterbahnen auf Leiterplatten, da er eine günstige Alternative zu Kupferlagen darstellt.
Außerdem kann der Null-Ohm-Widerstand auch zur Abtrennung bzw. Isolation einzelner Bereiche auf der Leiterplatte eingesetzt werden, was u. a. die Fehlerdiagnose unterstützt.
Ableserichtung des Widerstands
Da der letzte Ring des Farbcodes immer einen etwas größeren Abstand zu den Vorherigen hat, ist die Ableserichtung klar vorgegeben: Der Ring mit dem größten Abstand wird nach rechts gehalten, die Ableserichtung ist von links nach rechts.
Zudem gibt es für die Farben Gold und Silber keine Entsprechung bei den Ziffern 0-9, sie dienen lediglich den Toleranzangaben und können daher nicht am Anfang vorkommen.
Widerstand berechnen
Der Widerstandswert des Bauteils berechnet sich aus der Zusammensetzung der ersten eng beieinander liegenden Ringe 1-2 oder 1-3, multipliziert mit dem darauffolgenden Faktor; das Ergebnis gibt den Widerstand in Ohm wieder.
Abgelesen wird von links nach rechts, wobei die eng beieinander liegenden Ringe nach links gehalten werden.

In diesem Beispiel sehen wir einen Widerstand mit insgesamt vier Farbcodierungen. Die ersten beiden roten Ringe stehen jeweils für eine 2, daraus ergibt sich ein Wert von 22. Der dritte Wert steht in diesem Fall für den Multiplikator, er beträgt in diesem Fall durch seine braune Farbcodierung 10 Ω. Daraus ergibt sich ein Widerstandswert von 220 Ω. Die vierte Farbcodierung bezieht sich auf die Toleranz des Widerstandswertes, da sie golden ist, beträgt sie 5 %.
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Häufige Fragen zu Widerstandsfarbcodes
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